STI früh erkennen

Checkup sexuell übertragbare Krankheiten

Die Urlaubszeit ist vorbei - neue Begegnungen und Kontakte bleiben manchmal trotzdem nicht ohne Folgen.

Nach ungeschütztem Sexualkontakt oder bei wechselnden Sexualpartnern kann es sinnvoll sein, sich auf sexuell übertragbare Infektionen (STI) testen zu lassen. STI gehören weltweit zu den häufigsten Infektionskrankheiten. Viele verlaufen zunächst ohne oder mit unspezifischen Beschwerden und bleiben daher oft unentdeckt. Unbehandelt können sie zu gesundheitlichen Komplikationen führen und an Sexualpartner weitergegeben werden.

Indikationen für ein STI-Screening bei asymptomatischen Personen und/oder nach STI-Risiko:

Neben dem HIV-Antigen/Antikörper-Screening und dem Lues-/Syphilis-Screening bieten wir zur gezielten Abklärung weiterer sexuell übertragbarer Infektionen eine STI-Multiplex-PCR an.

Mit der Multiplex-PCR lassen sich mehrere Erreger bzw. Mikroorganismen, die bei sexuell übertragbaren Infektionen relevant sein können, gleichzeitig aus einer einzigen Probe nachweisen.

Die geeignete Diagnostik sollte immer unter Berücksichtigung der individuellen Situation, des persönlichen Risikos und allfälliger Beschwerden erfolgen.

Indikationen für ein STI-Screening bei asymptomatischen Personen und/oder nach STI-Risiko

  • HIV Screening

    HIV Screening

    HIV Screening

    Mittels 4. Generationstest p24 Antigen und HIV ½ Antikörper mittels CLIA aus Serum:

    TAT: 1  Tag

    Mit dem eingesetzten Suchtest kann 6 Wochen nach Exposition eine HIV-Infektion mit hoher Sicherheit ausgeschlossen werden. Positive und grenzwertige Befunde werden mittels Immunoblot weiter untersucht. Bei dringendem Verdacht kann das diagnostische Fenster evtl. durch eine HIV-PCR verkürzt werden.

  • (Syphilis/Lues) Screening mittels CLIA aus Serum

    (Syphilis/Lues) Screening mittels CLIA aus Serum

    Treponema pallidum

     

    TAT: 1 Tag

    Variable, teils lange Inkubationszeit (Zeit zwischen der Ansteckung und dem Auftreten der ersten Krankheitszeichen): 1–3 Wochen (7–100 Tage).

    Nach einem positiven Ergebnis wird das Ergebnis mittels Aktivitätsmarker und Immunoblot weiter abgeklärt.

Gezielte Abklärung weiterer sexuell übertragbarer Infektionen eine STI-Multiplex-PCR 

Mit der Multiplex-PCR lassen sich mehrere Erreger bzw. Mikroorganismen, die bei sexuell übertragbaren Infektionen relevant sein können, gleichzeitig aus einer einzigen Probe nachweisen.

Als Untersuchungsmaterial können Urogenitalabstriche und Urin untersucht werden. Bei Verdacht auf eine extragenitale Infektion können je nach Erreger und Expositionsort zusätzliche Untersuchungen erforderlich sein.

Ein Vorteil der Multiplex-PCR besteht darin, dass mehrere Erreger aus demselben eingesandten Material gleichzeitig untersucht werden können. Dadurch ist eine umfassendere Abklärung mit nur einer Probenentnahme möglich.

Weitere sexuell übertragbare Infektionen

  • Chlamydia trachomatis

    Chlamydia trachomatis

    Chlamydien gehören zu den häufigsten bakteriellen STI und treten besonders häufig bei jungen sexuell aktiven Personen auf. Eine Infektion verläuft häufig symptomlos. Mögliche Beschwerden sind Brennen beim Wasserlassen, Ausfluss oder Unterbauchschmerzen.

  • Mycoplasma genitalium

    Mycoplasma genitalium

    Die Mehrzahl der M. genitalium-Infektionen verläuft asymptomatisch. Wenn Beschwerden auftreten und eine Infektion nachgewiesen wird, kann eine antibiotische Behandlung erforderlich sein. Regelmässige Sexualpartner/innen sollten ebenfalls getestet und bei positivem Befund behandelt werden.

  • Mycoplasma hominis, Ureaplasma parvum, Ureaplasma urealyticum

    Mycoplasma hominis, Ureaplasma parvum, Ureaplasma urealyticum

    Bei Mycoplasma hominis sowie Ureaplasma parvum und Ureaplasma urealyticum ist zu beachten, dass diese Mikroorganismen häufig auch bei gesunden Personen als normale Besiedlung vorkommen. Ein positiver Nachweis bedeutet daher nicht automatisch, dass eine behandlungsbedürftige Infektion vorliegt, sondern muss immer im Zusammenhang mit den Beschwerden und dem klinischen Befund beurteilt werden.

  • Trichomonas vaginalis:

    Trichomonas vaginalis:

    Die Infektion durch T. vaginalis gehört global zu den häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen. Die Infektion verläuft mehrheitlich asymptomatisch. Mögliche Komplikationen sind ein Pelvic Inflammatory Disease (PID) sowie bei schwangeren Frauen ein erhöhtes Risiko für eine Frühgeburt. Eine antibiotische Behandlung sollte auch bei den Sexualpartnern erfolgen, um eine erneute Ansteckung zu verhindern.

  • Neisseria gonorrhoeae

    Neisseria gonorrhoeae

    • Neisseria gonorrhoeae ist der Erreger der Gonorrhö (Tripper). Mögliche Symptome sind eitriger Ausfluss, Brennen beim Wasserlassen oder Beschwerden im Genitalbereich, häufig verläuft die Infektion jedoch symptomlos
  • Hepatitis B Virus Antigen und Antikörper aus Serum

    Hepatitis B Virus Antigen und Antikörper aus Serum

    Die Übertragung erfolgt vor allem durch infiziertes Blut, ungeschützten Geschlechtsverkehr oder Nadelstichverletzungen. Sexualpartner und Haushaltsmitglieder von infizierten Personen sollten ebenfalls auf Hepatitis B untersucht werden.

    Ein Screening kann insbesondere bei ungeimpften Personen, unklarem Impfstatus und nach einem Risikokontakt sinnvoll sein.

    HBs-Antigen, Anti-HBc-IgM, Anti-HBc-IgG, gegebenenfalls Anti-HBs (Impfstatus)

    Je nach Ergebnis sind weitere Untersuchungen und gegebenenfalls eine Behandlung notwendig.

  • Hepatitis C Virus Antikörper aus Serum

    Hepatitis C Virus Antikörper aus Serum

    Eine HCV-Infektion verläuft bei etwa 80 % der Betroffenen ohne erkennbare Beschwerden. Wenn Symptome auftreten, sind diese meist unspezifisch, zum Beispiel: Müdigkeit, Gelenkschmerzen, kognitive Beeinträchtigungen, rechtsseitige Oberbauchbeschwerden.

    Je nach individuellem Risiko kann ein Screening mit Leberwerten (GOT, GPT, GGT) und Hepatitis-C-Antikörpern durchgeführt werden. Bei einem positiven Antikörpertest sind weitere Untersuchungen zur Bestätigung einer aktuellen Infektion erforderlich.

  • Herpes simplex 1 / 2 (Herpes genitalis) Antikörper aus Serum

    Herpes simplex 1 / 2 (Herpes genitalis) Antikörper aus Serum

    Herpes kann sowohl im Mund- und Gesichtsbereich als auch im Genitalbereich auftreten. Eine Übertragung ist auch ohne sichtbare Bläschen möglich. 

    HSV-Antikörper im Blut zeigen, ob bereits zu einem früheren Zeitpunkt eine Infektion mit HSV-1 oder HSV-2 stattgefunden hat. Die Antikörper bleiben nach einer Infektion in der Regel lebenslang nachweisbar.

    Eine Antikörperbestimmung kann beispielsweise bei unklaren Beschwerden, zur Abklärung nach einem Risikokontakt oder bei einem Partner mit bekanntem Herpes sinnvoll sein. Ein positiver Antikörpernachweis bedeutet jedoch keinen sicheren Schutz vor einer weiteren Infektion.

    Bei akuten Bläschen oder Hautveränderungen sollte ein Abstrich direkt von der betroffenen Stelle durch die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt erfolgen.

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