Zeckendiagnostik im Labor: Methoden und Möglichkeiten im Überblick

Zecken können verschiedene Krankheitserreger auf den Menschen übertragen. Zu den wichtigsten zählen die Erreger der Lyme-Borreliose sowie der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).

Die Lyme-Borreliose wird durch das Bakterium Borrelia burgdorferi verursacht. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) geht davon aus, dass in der Schweiz jährlich rund 10000 Personen an einer Borreliose erkranken. Quelle 1

Ein frühes und typisches Anzeichen einer Borreliose ist die sogenannte Wanderröte (Erythema migrans), eine sich ausbreitende Hautrötung rund um die Stichstelle. Im weiteren Verlauf können unter anderem Gelenke, Nervensystem, Haut und selten auch das Herz betroffen sein. 

Die Borreliose ist primär eine klinische Verdachtsdiagnose, die durch Laboruntersuchungen gestützt wird. Die serologische Diagnostik erfolgt stufenweise: Zunächst werden Borrelien-IgG- und IgM-Antikörper mittels ELISA bestimmt. Bei grenzwertigen oder positiven Resultaten wird die Untersuchung durch einen Immunoblot ergänzt. Dabei können Antikörper gegen verschiedene Borrelien-Antigene nachgewiesen werden, die Hinweise auf das Stadium der Infektion liefern.

Zu beachten ist, dass Antikörper auch nach einer erfolgreich behandelten Infektion über Jahre nachweisbar bleiben können. Ein positiver Antikörpernachweis bedeutet daher nicht zwingend eine aktive Erkrankung.

Zusätzlich besteht die Möglichkeit, entfernte Zecken mittels PCR auf Borrelien oder FSME-Viren untersuchen zu lassen. Ein positiver Nachweis in der Zecke erlaubt jedoch keine Aussage darüber, ob eine Übertragung auf den Menschen stattgefunden hat und keine Aussage über eine tatsächliche Infektion des Menschen.

Prävention

Gegen Borreliose steht derzeit keine Impfung zur Verfügung. Gegen FSME hingegen kann durch eine Impfung ein wirksamer Schutz aufgebaut werden. Zur Überprüfung des Impfstatus bieten wir die Bestimmung von FSME-IgG-Antikörpern an.

Zum Schutz vor Zeckenstichen empfehlen sich geschlossene Kleidung, das Meiden von hohem Gras und Unterholz sowie die sorgfältige Kontrolle des Körpers nach Aufenthalten im Freien. Entdeckte Zecken sollten möglichst rasch entfernt werden, da das Risiko einer Borrelien-Übertragung mit zunehmender Saugdauer ansteigt.

Infektionen nach Zeckenstich sollten stets in Zusammenschau von klinischer Symptomatik, Expositionsanamnese und Laborbefunden beurteilt werden. Ein negativer oder positiver Laborbefund ersetzt dabei nicht die klinische Beurteilung.

Terminvergabe 

Quelle 1 www.bag.admin.ch/de/borreliose-lyme-krankheit